Mit Kälte gegen Nebenwirkungen der Chemotherapie

Als Teil unseres integrativen Ansatzes bieten wir in der Onkologie und im Brustzentrum eine spezielle Kältetherapie als unterstützende Maßnahme während einer Chemotherapie an.

Aus Gesprächen mit unseren Patientinnen und Patienten wissen wir, dass eine Chemotherapie trotz ihrer Wirksamkeit insbesondere wegen möglicher Nebenwirkungen oft sehr angstbesetzt ist. Uns ist es besonders wichtig, alle Ängste und individuellen Bedürfnisse ernst zu nehmen. Eine umfassende Aufklärung durch unser Ärzteteam ist entscheidend, damit Patientinnen und Patienten verstehen, warum eine bestimmte Therapieform empfohlen wird und welche unterstützenden Verfahren bei uns in der Filderklinik zur Verfügung stehen.

Vor diesem Hintergrund kommen in der Filderklinik zwei verschiedene Verfahren der "Hilotherapie" zum Einsatz. Sie worken den möglichen Nebenwirkungen einer Chemotherapie, wie Haarausfall (Alopezie) oder schmerzhaften Nervenschädigungen (CIPN), gezielt entgegen.

1. Kopfhautkühlung gegen Haarausfall

Haarausfall als Nebenwirkung einer Chemotherapie kann eine starke psychische Belastung für die Patientinnen und Patienten sein, da die Erkrankung somit nach außen sichtbar wird und so das Selbstwertgefühl oder das Wohlbefinden beeinflussen kann.

Um dem Haarausfall entgegen zu wirken, wird die Kopfhaut bei der Hilotherapie über eine spezielle Kopfhaube auf 19-20 °C abgekühlt. Dadurch verengen sich die Blutgefäße und die Haarfollikel werden weniger stark durchblutet. So gelangen weniger Chemotherapeutika an die Haarwurzeln, was den Haarausfall deutlich reduzieren kann. Für eine optimale Wirkung wird die Haube während, sowie kurz vor und nach der Chemotherapie eingesetzt.

2. Hand- und Fußkühlung zur Vorbeugung von Polyneuropathien

Mit gekühlten Hand- und Fußmanschetten werden Hände und Füße abgekühlt, was ihre Durchblutung verringert und somit die Verbreitung des Chemotherapeutikums an Händen und Füßen reduziert. Bisherige Nebenwirkungen von Chemotherapien wie Polyneuropathien oder die Sonderform des Hand-Fuß-Syndroms werden so vorgebeugt.

Integration in das Behandlungskonzept der Filderklinik

Die Hilotherapie ist eine Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und wird nach der Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet. Vor Beginn der Behandlung klärt unser Team die Patientinnen und Patienten transparent über Ablauf, Nutzen und Kosten auf.